Wie lassen sich Hunde aneinander gewöhnen und worauf muss man besonders achten?

Bei der Zusammenführung von Hunden haben einige Menschen besondere Angst, da sie mit ihrem ausgeprägten Gebiss und ihrem angeborenen Jagdtrieb einigen Schaden anrichten können. Deshalb gilt hier ,,Besondere Vorsicht walten lassen!!!“

Die Zusammenführung von Hunden sollte wenn möglich von zwei Personen durchgeführt werden, von denen sich jeder auf ein Tier konzentriert. Auch hier ist es ähnlich wie bei den Katzen zu empfehlen sich einige Tage für die Eingewöhnung frei zu nehmen.

Hunde haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und wenn Sie sich entschieden haben, einen zweiten Hund aufzunehmen, dann sollten Sie bei der Zusammenführung folgende Punkte beachten:

1. Bei Hunden geht die Liebe nicht nur durch den Magen, sondern auch über die Nase. Dieses ausgeprägte Geruchsorgan nutzen die Tiere um ihre Umgebung zu erkunden und ihre Artgenossen kennen zu lernen. Also gilt es hier die ersten gemeinsamen Punkte zu finden. Nehmen Sie Spielzeuge, decken und leinen des einen Hundes und lassen sie den jeweils anderen Hund daran schnuppern und damit spielen. So lernen die Tiere sich schon einmal kennen ohne auf einander zu treffen.

Achten Sie darauf wie die Hunde auf den Geruch des anderen zu reagieren um sich schon einmal ein Bild zu machen wie die erste Begegnung ausfallen kann. Werden die Gegenstände angeknurrt oder verscharrt, so kann die Zusammenführung etwas länger dauern, wenn diese jedoch aufgeregt und freudig wedelnd beschnuppert und zum Spielen benutzt werden, so ist das ein erstes gutes Zeichen.

2. Alle beteiligten Tiere brauchen in diesen Tagen besonders viel Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten. Stellen Sie sicher, dass diese ausreichend beschäftigt sind und das sie sich gleichermaßen mit beiden beschäftigen. Sowohl das neue Tier muss Sie und seine neue Heimat kennen lernen und braucht dafür viel Verständnis, als auch der bereits vorhandene Hund welcher nun einen Konkurrenten in sein bekanntes Revier gesetzt bekommen soll.

Bereiten Sie beiden Hunden einen eigenen Schlafplatz und stellen Sie separate Fressplätze zur Verfügung, damit es nicht zu Streitigkeiten kommt. Zudem sollte jedes Tier eigene Spielsachen zur Verfügung gestellt bekommen, auch wenn sie nach kurzer zeit sicher eh mit allem gemeinsam spielen werden. Die Hauptsache ist, dass sich keines der Tiere benachteiligt und vernachlässigt fühlt. Sonst laufen Sie Gefahr ausgeprägte Revierkämpfe herbeizuführen. Mit einigen Revierkämpfen muss man immer rechnen, da die Tiere sich nun neu in eine Rangordnung einordnen müssen, doch die geht in der Regel schnell und schmerzlos von statten.

3. Kennenlernen auf sichere Entfernung!

Wie wir es bei den Katzen mit einer Plexiglasscheibe empfehlen, so raten wir ihnen hier ein erstes direktes kennenlernen in sicherer Umgebung. Wählen Sie sich dafür eine etwas abgeschiedene Stelle, wo die Hunde auch ungestört Lärm machen können wenn ihnen danach ist. Am besten wäre eine Grünfläche die durch einen Maschendrahtzaun geteilt ist. Die Bezugsperson des schon vorhandenen Hundes sollte mit diesem auf einer der beiden Grünflächen Spielen. Dann sollte die zweite Person mit dem neuen Hund die zweite, abgegrenzte Fläche betreten und mit diesem ein Spiel beginnen. Wenn die Tiere dann aufeinander Aufmerksam werden und an den Zaun gelaufen kommen ist es wichtig, dass die beiden Hundeführer dazu treten und mit ruhiger stimme auf die Hunde ein sprechen und diese immer wieder loben. 

Wenn Sie merken das du Hunde positiv eingestellt sind und mehr Neugier als Abwehr zeigen, dann können Sie diese an die Leinen nehmen und auch ohne Zaun direkt aneinander führen. Sollten sie dann nach ausgiebigem Beschnuppern ein gemeinsames Spiel beginnen, so können Sie die beiden auch für einige Minuten ableinen und gemeinsam laufen lassen.

Bei Hunden die eher eine Abwehr gegen das unbekannte gegenüber zeigen, sollte man doch etwas vorsichtiger vorgehen. Lassen Sie die Tiere eine Weile gemeinsam am Zaun verweilen bis sich die Stimmung legt und fahren Sie dann fort. Sollten die Hunde jedoch überhaupt nicht zur Ruhe kommen, so ist es angebracht das neue Tier für die kommenden 3 – 4 Tage zur Vorsicht in einem anderen Haushalt unterzubringen und diesen Vorgang dann mehrere Male täglich zu wiederholen, bis die Hunde sich aneinander gewöhnen. Geben Sie ihnen aber unbedingt alle Zeit die Sie brauchen, damit es nicht zu ungewollten Beißereien kommt.

4. Um die Hunde spielerisch aneinander zu führen ist es ratsam sie viel gemeinsam machen zu lassen. Besuchen zum Beispiel oft den Park oder lassen Sie die Hunde gemeinsam ein Bad in einem nahe gelegenen See nehmen. Alls was Spaß macht und verbindet ist eine tolle Chance den Tiere zu zeigen, was für eine Bereicherung ein Spielgefährte sein kann.

-> Ein Persönlicher Tipp von Uns:

Gehen Sie mit den Hunden gemeinsam in eine Hundeschule. Selbst wenn einer oder sogar beide schon einen Kurs in der Hundschule besucht haben, so schweißen die gemeinsamen Spiele und Hürdenläufe nicht nur Sie und die Tiere zusammen, sondern helfen auch die Tiere selbst einander näher zu bringen.

Wenn Sie die Tiere dann einige Tage beobachten und sicherstellen können, dass sie im Einklang miteinander leben, dann können Sie langsam den Alltag wiederfinden. Sollten Ihr Urlaub jedoch nicht reichen um die Tiere 100%ig aneinander zu gewöhnen, so greifen Sie lieber noch einige Zeit auf eine Tagesbetreuung zurück die sich um die Hunde kümmert und ein Auge auf beide hat. So umgehen Sie Stress für die Tiere und haben diese noch etwas länger in sicheren und behüteten Händen.

Autorinnen: Wiebke S. und Anne F.