Zwei Länder, fünf Projekte, drei gerettete Seelen - eine Reise der Emotionen

Am 13. April 2017 fuhren wir (Susan und Anja Bergmeier) von Schleswig-Holstein nach Cakovec/Kroatien.  Unser Ziel war es, fünf Projekte in Kroatien und Bosnien zu besuchen und mit Futterspenden zu unterstützen. Auf dem Weg nach Cakovec  fuhren wir noch in den Odenwald zu einer lieben Tierschützerin, Christina Staab, um zahlreiche Spenden für Aleksandra Hampamer  abzuholen.

Am nächsten Tag trafen wir uns mit Aleksandra Hampamer im Shelter. Es handelt sich um ein mit viel Liebe geführtes Tierheim. Aleksandra wird von 8 tatkräftigen Mitarbeitern unterstützt. Wir haben uns das gesamte Tierheim ansehen können inkl. der Tierklinik. Für die Hunde wird 6x die Woche gekocht, sonntags gibt es Trockenfutter. Die Quarantänestation ist sehr klein. Aleksandra hat vor, ein Gebäude, welches sich auch auf dem Gelände befindet, zur Quarantänestation auszubauen, damit vor allem die gefundenen Welpen und schwerkranken Hunde besser behandelt werden können. Weiter ist ein Areal geplant, in dem Schulklassen und Kinder, die das Tierheim besuchen, den Umgang mit den Hunden lernen und so sensibilisiert werden können. Das THNW könnte auf Grund großartiger Spender das so wichtige Futter liefern. Wir haben vor Ort im Wert von € 400,00 hochwertiges Futter besorgen können.

An unserem 3. Tag fuhren wir zu Ralf Schillo und Tihana Nevrkla nach Brinje/Kroatien. Es werden dort zahlreiche Hunde und Katzen, zwei Esel und mehrere Ziegen liebevoll gepflegt und gehegt. An den Tieren merkt man, mit wie viel Liebe sich dort um die Tiere gekümmert wird. Ralf und Tihana leben Tierschutz, es sind wirklich zwei großartige Menschen.

Am 4. Tag fuhren wir dann nach Bosnien. Kurz nach der Grenze war die Autobahn Richtung Sarajevo gesperrt. So mussten wir den Umweg über die Landstraßen des Landes in Kauf nehmen, was wirklich ein sehr schwieriges Unterfangen war. Die Straßen sind in Bosnien wirklich sehr schlecht und es ist auch nicht immer ungefährlich. Immer wieder finden wir Warnschilder "Minen". In einem kleinen Dorf lief uns Lucky über den Weg. Sein Bein ist verkrüppelt und er hatte eine sehr große Beule im linken Auge. Uns war klar, dass ihm dringend geholfen werden muss. So hätte er auf der Straße überhaupt keine Chance. So fuhren wir mit ihm nach Sarajevo, wo wir Elma Bajramovic und ihren Freund Boki kennenlernten. Elma führt ein kleines Shelter und pflegt aufopferungsvoll ihren sehr kranken und pflegebedürftigen Vater.

Am nächsten Tag trafen wir uns mit Elma und Boki, sahen uns das Tierheim an und lernten natürlich auch alle Hunde kennen. Mit Lucky waren wir beim Tierarzt. Der Tierarzt hat das Auge geöffnet und gesäubert. Das linke Auge wurde früher bereits entfernt. Das Bein bleibt wohl verkrüppelt. Tatsache ist, dass auf Lucky mit Schrot geschossen wurde. Lucky erholt sich jetzt bei Elma, die sich liebevoll um ihn kümmert. Wir suchen dringend ein Zuhause für Lucky.

Elma´s Shelter ist klein, aber man merkt auch sofort, wie viel Herzblut Elma da rein steckt. Es sind allesamt tolle Hunde. Wir wurden beim Betreten des Freilaufgeheges stürmisch und neugierig begrüßt....von ca. 54 Hunden. In den Gesprächen mit Elma und Boki wurde die große Not sehr deutlich. Die wirtschaftliche Situation in Bosnien ist sehr schwierig. Überall  sah man die zerbombten Häuser, den Leuten geht es schlecht. Wir werden Elma weiterhin tatkräftig unterstützen. Wir konnten auch hier mit 600 kg Futter unterstützten.

Am 18. April  mussten wir uns schweren Herzens von Elma Bajramovic und Boki verabschieden. Beide verwöhnten uns noch mit einem typisch bosnischen Frühstück. Wir fuhren los in Richtung Tuzla. Um die Mittagszeit trafen wir in Tuzla ein und fuhren direkt zu Emina Divković. Als wir zum Shelter kamen, wurden wir gleich lautstark von 600 Hunden freundlich begrüßt. Alle Hunde waren sehr aufgeregt, denn es war Fütterungszeit. Nach der Fütterung wurden wir freundlich von den Mitarbeitern begrüßt. Emina zeigte uns das ganze Gelände und die Einrichtungen.

Hier konnten wir dann auch die tollen Spenden Adisa Agic übergeben, u.a. einen nagelneuen Schulranzen für ihren Sohn. Sie war sehr gerührt und sagt allen Spendern von Herzen danke.

Am 19. April fuhren wir zu einem Shelter in Prnjavor. Auf dem Rückweg sah man einen bereits mehrfach überfahrenen Hund. Wir hielten an, um ihn von der Straße zu ziehen. Das sind die wirklich harten Momente im Tierschutz. Kurz darauf mussten wir, um mal durchzuatmen, auf einem kleinen Rastplatz halt machen. Tja, und da haben wir Anne gefunden. Eine kleine schwarze Hündin, völlig durchnässt und zitternd. Susan konnte sie recht schnell einfangen und so nahmen wir sie mit nach Tuzla. Bei Emina Divkovic konnte sie sich erst mal etwas erholen, fressen und schlafen. Abends sind wir dann zum Shelter gefahren. Anne wurde gefüttert und geherzt. Jeder der Mitarbeiter war sofort verliebt in die Kleine. Wahrscheinlich war es das erste Mal, dass Anne so viel Fürsorge und Liebe erfuhr. Anne befindet sich jetzt in einer Pension, wo sie mit anderen Welpen aufgepäppelt wird, um dann nach Deutschland ausreisen zu können. Hier suchen wir eine Pflege- bzw. Endstelle.

Unser letzter Tag in Tuzla fing wieder aufregend an. Nachdem Susan Brötchen holte, fand sie vor Emina´s Tür einen Labbi-Welpen. Er verfolgte Susan bis zur Haustür. Selbstverständlich wurde die Kleine, sie heißt Julia, mit in die Wohnung genommen und gefüttert. Sie war total durchnässt, denn hier hatten wie tiefsten Winter. Kurz darauf fuhren wir mit Sandra und Damir (ehrenamtliche Mitarbeiter von Emina) mit Anne und Julia zum Tierarzt. Anne hatte noch zwei Zecken, welche entfernt wurden. Beide haben kein Fieber und man sagt, dass beide rechtzeitig gefunden wurden. Sie werden jetzt in einer Pension aufgepäppelt und auf die Ausreise vorbereitet. Susan und ich haben eine Monatsration Futter spendiert. In der Pension wird frisch gekocht, da das Welpenfutter hier in Bosnien zu viel Salz und Pfeffer enthält. Nach dem Einkauf konnten wir einem Straßenhund wenigstens etwas den Magen füllen.

Das Nirina-Team wollte unseren letzten Abend mit uns verbringen. So saßen wir noch lange im Shelter zusammen, sind zu den Hunden rein und haben große Mengen an Leckerlis verteilt. Wir konnten auf Grund unserer großartigen Spender für € 600,00 Futter kaufen.

Das komplette NIRINA-Team ist einfach großartig. Alle sind sehr herzlich und irgendwie wollten wir gar nicht mehr weg. Man merkt die innige Gemeinschaft/Freundschaft untereinander sehr, so sehen sie sich untereinander als "Familie" an.

Wir sagen DANKE für die großartige Unterstützung unserer Mitglieder und Spender. Ohne Euch hätte wir das nie zustande gebracht, so viel Futter spenden zu können.

Eure Anja und Susan