Regen, Kettenhunde und ein Fazit

Am 16.04. war es wieder soweit für unsere monatliche Polen-Tour.

Dieses Mal in etwas kleinerer Besetzung und dazu noch mit vier "Neulingen" trafen wir uns erst mal in Herzfelde auf der Star-Tankstelle. Anne war so lieb und erklärte allen - besonders uns Anfängern - den Tagesablauf und vor allem, auf was man alles achten und was man beachten muss im Tierheim im Umgang mit den Hunden (Wie betrete ich den Zwinger, wie legt man richtig die Leine an und vieles mehr).

Gut gelaunt, bei bestem Wetter fuhren wir in Krystin über die Grenze. Hier wurde ein kurzer Zwischenstopp eingelegt, um schnell noch getrockneter Pansen für die Hunde zu besorgen, bevor es dann weiter ging zu den beiden Höfen. Hier wurden die Hunde und die Katzen gefüttert und mit frischem Wasser versorgt und gestreichelt, sofern die Tiere die zuließen. Man kann sich noch so gut vorbereiten, aber wenn man dann diese Hofhunde an der Kette sieht, mit teilweise viel zu engen Halsbändern, ihren engen "Lebensraum" und die Bedingungen drumherum (für alle Tiere dort), wird man erst mal von seiner aufsteigenden Wut überrollt. Gleichzeitig muss man aber auch positiv gestimmt sein, da die Besitzer es immerhin erlaubten das Grundstück zu betreten und die Tiere zu versorgen und auch Futter da zu lassen. Echt schwierig, sich da emotional auszubalancieren.

Nachdem wir alle, soweit möglich, mit Futter und Wasser versorgt hatten ging es weiter nach Gorzow. Natürlich wurde die ganze Fahrt lang auch nach verletzen, angefahrenen und hilfsbedürftigen Tieren Ausschau gehalten. Zum Glück haben wir heute keine verletzten oder überfahrenen Tiere gesehen.

Gegen zwölf kamen wir im Tierheim an. Uns wurde das Tor geöffnet und wir durften mit beiden Autos auf das Gelände fahren. Auch hier hat alle theoretische Vorbereitung wenig genützt. Die Realität trifft dich wie ein ungeahnter Faustschlag im Gesicht.

Als erstes wurden die Spenden aus dem Trapo geladen und in die vorgesehenen Räume gebracht. Dann wurden die Leinen und die Leckerlis für die Hunde ausgepackt. Anne zeigte uns und Luises Mama Birgit, wie man in den Zwinger kommt und wie man die Leinen anlegt und auf ging es für jeden einzelnen zur ersten Gassi-Runde. Auf dem Tierheimgelände waren alle Hunde noch sehr aufgeregt und zogen noch sehr an der Leine, doch außerhalb auf dem Weg um und durch das Feld waren alle ganz aufgeschlossen und neugierig. Sie genossen den ganzen Weg die frische Luft, das frische Gras, die angenehmen Gerüchen, die Streicheleinheiten und die lieben Worte, die man ihnen entgegenbrachte. Leider spielte das Wetter nicht mehr mit und die meiste Zeit regnete es in Strömen. Aber auch das schlechteste Wetter konnte uns nicht davon abbringen mit den Hunden zu spazieren.

Dann wurden noch die Schlafplätze in der Quarantäne-Station ausgetauscht. Klar, dass wir hier mit weichen Decken nicht gespart haben und den dort untergebrachten Hunden so wenigstens ein weiches Lager bereiten konnten. Auch wurden alle noch mit frischem Wasser und vielen Streicheleinheiten versorgt.

Fazit des Tages: Auch wenn die Eindrücke heute teilweise erschreckend waren, bestärkt es uns erst recht weiter zu machen.

Alles Liebe eure

Susan und Anja