Startschuss in 2017

Auch heute am 21.01.2017 starteten wir zu fünft, falsch zu sechst, wir wollen Horsti ja nicht vergessen, wieder gen Polen. Kurzes Auftanken in Herzfelde und so steuerten wir motiviert zunächst Küstrin an. Auf einem Rastplatz an der polnischen Grenze erleichterten wir uns noch fix und kauften im Tierladen noch zwei große Tüten Pansen für die Leckerlierunde im Tierheim in Gorzow.
Leider mussten wir feststellen, dass eines der Kaninchen im Zoofachhandel ganz verklebte Augen hatte, so dass es diese nicht mehr öffnen konnte. Wir baten eine Mitarbeiterin, das Kaninchen zunächst vom anderen zu separieren und dem Tier ärztliche Hilfe zukommen zu lassen. Die Hoffnung stirbt zuletzt...


Etwas geknickt, ging es dann weiter zu den beiden Höfen, die wir einmal im Monat versorgen. Schon im Vorfeld wurde uns die Info zuteil, dass auf einem der Höfe, wo bereits durch uns und einen befreundeten Verein erfolgreich 3 Zwinger für die jetzt ehemaligen Kettenhunde gebaut wurden, wieder zwei Welpen dazu gekommen sind. Allein diese Info war schon sehr ärgerlich. Wir unterstützen den Hof ja nicht, damit sie sich immer wieder weitere Hunde anschaffen. Leider mussten wir aber feststellen, dass auf dem gesamten Hof nur noch ein Welpe zu sehen war. Von einem zweiten keine Spur... Wir befürchten das Schlimmste.

Dennoch schenkten wir den drei Fellnasen in den Zwingern, sowie dem Welpen und freilaufenden Katzen viel Liebe, Streicheinheiten und versorgten sie mit Futter und Wasser. Beim Verlassen des Hofes ist uns der kleine verbliebene Racker immer auf den Fersen geblieben, sodass wir nicht losfahren konnten, weil er sich direkt vor den Trapo stellte. Wollte er vielleicht lieber mit? Mit einer kleinen Ablenkung und zurückrennen zum Trapo konnten wir den Kleinen überlisten.

Nach einem kleinen Zwischenstopp, um Wischwasser aufzufüllen, kamen wir alsbald im Tierheim Gorzow an. Dort fiel uns zunächst auf, dass die Hunde alle recht aufgedreht waren, viele Volontäre vor Ort waren und ein angestellter Pfleger. Leider hatten diese vielen Menschen, die Hunde unruhig gemacht. Nachdem wir aber den Trapo ausgeladen und die Futter- und Sachspenden einsortiert hatten, ging die erste Gassirunde auch schon los. Hund für Hund holten wir raus und versuchten ihnen wieder einmal ein bisschen "Freiheit" zu schenken. Schnüffeln, wälzen, laufen, schnüffeln, schnüffeln, wälzen, ziiiieeeeheeeen und bekuscheln lassen. Jeder einzelne Hund genoss die Zuwendung sehr.

Wir trafen alte Bekannte und neue Fellnasen. Jeder einzelne Vierbeiner erzählt seine eigene Geschichte für sich im Stillen oder laut krakeelend. Der ein oder andere so ungestüm, dass es fast unmöglich scheint, sie zu bändigen. Aber wo ein Wille ist, ist immer auch ein Weg.

Es war unglaublich glatt und matschig sowohl im als auch außerhalb des Tierheims, so dass es ziemlich anstrengend war auch die stärkeren Hunde mit uns am anderen Ende der Leine sicher auf dem Weg zu halten. Aber soweit waren alle standhaft geblieben.

Als es langsam dunkelte begannen wir die übliche Leckerlierunde und jeder bekam seine Ration Pansen. Im Anschluss gab es noch einen leckeren Schokokuchen von Anne zur Stärkung (es gab ja einen vergangenen und einen nahenden Geburtstag zu feiern). Das tat verdammt gut, nach dem kräfteraubenden Tag. Allmählich verabschiedeten wir uns wie immer sehr herzlich von den lieben Ehrenamtlichen und dem verbliebenen Mitarbeiter und machten uns auf den Rückweg.


Wir steuerten noch kurz unsere Katzenfrau Jola an und brachten ihr für ihre Samtpfoten Futter- und Sachspenden, worüber sie sich wie immer, sehr sehr freute. Auch nach ihrem Zögling Fridolin erkundigte sie sich. Ein Handybild konnten wir ihr zeigen und versichern, dass es ihm soweit sehr gut geht.
Nun ging es wieder nach Hause. Im Trapo tauschten wir noch unsere Erlebnisse aus und waren alle müde, erschöpft aber glücklich, dass wir uns auch heute wieder, für das Recht der Tiere einsetzen und ihnen ein wenig Frieden schenken konnten.


"Niemand begeht einen größeren Fehler, als derjenige, der nichts tut, nur weil er meint, dass er wenig tun könnte... "(Verfasser unbekannt)

Euer THNW Polen-Team