Das THNW in Gorzow

Am Abend des 06.07.2013 fuhren drei fleißige Bienchen, das sind Chrissy, Anne und ich nach Heiligensee um den Transporter mit Sach- und Futterspenden bei Astrid und Andrea vom Verein „Tiere suchen Freunde e.V.“ für den nächsten Tag zu beladen. Jede Menge Futter, Kleidung für die armen Menschen auf den polnischen Dörfern und Transportboxen wurden verladen. Sogar zwei Sonneschirme waren dabei, die den Fellnasen im Tierheim ein wenig Schatten spenden sollten.

Am nächsten Morgen trafen wir uns wieder und wir hatten sogar noch Unterstützung bekommen, denn unsere liebe Tierfreundin und Fotografin Steffi begleitete uns. Wir fuhren also los und trafen uns unterwegs mit Astrid und Andrea. Nach ca. 1 ½ Stunden Fahrt kamen wir bei den ersten Bauern an. Diese kannten wir schon von unserer ersten Fahrt nach Gorzow. Auf der einen Seite lebt eine Bäuerin, die auf ihrem Grundstück 3 Hunde an der Kette hält. Hier konnten Dank Astrid und Andrea Hütten für die Hunde aufgestellt werden. Es ist kaum zu glauben, dass diese Hunde, die jeden Tag nichts von dieser Welt sehen, so unheimlich freundlich und liebevoll sind. Wir stellten ihnen frisches Futter hin und gaben ihnen Pansen, damit sie wenigstens 5 Minuten von ihrem Tag etwas zu tun haben. Auch das Wasser mussten wir dringend wechseln, denn dieses war schon vollkommen abgestanden – ja sogar schon grün.


Auf dem Hof steht ein altes vermodertes Backsteinhaus, in dem Kühe hausen, wohl eher vor sich her vegetieren. Sie stehen im Dunklen und haben wohl noch nie eine saftige grüne Wiese gesehen. Astrid schlug vor, an das Haus ein Stück Wiese einzuzäunen, sodass sie wenigstens mal ein paar Schritte gehen könnten. Doch die Bäuerin sagte, dass sie eh bald geschlachtet werden würden. Weiterhin wohnen auf dem Hof Hühner und Katzen. Wir fanden 3 Kitten, die auf dem Hof umhertapsten und sogar unter den Zaun durch, bis auf die Landstraße liefen. Eine wahnsinnig gefährliche Situation für die Kleinen, die uns sehr beunruhigte. Aber da wir an diesem Tag schon einige vorbereitete Katzen mit nach Hause nehmen sollten, war es einfach unmöglich, auch noch diese 3 Kleinen mitzunehmen. Wir hoffen sehr, dass sie bei unserem nächsten Besuch noch wohl auf sind.

Es werden übrigens immer pfötchenringend Pflege- und Endstellen für Hund und Katz gesucht.

Auf der anderen Seite leben ebenso Menschen in ärmlichen Verhältnissen. Sie halten 9 Hunde, davon 7 an der Kette. Einer der Hunde wurde wohl angefahren, er hinkte arg und schien Schmerzen im Hinterlauf zu haben. Bei unserem letzten Besuch lag auch dieser Hund an einer Kette.Wir fütterten alle und verpassten einem der Mäuse ein neues Halsband.Weiter ging es und wir fuhren noch zu weiteren Bauernhäusern, in denen vorwiegend alte, ärmliche Menschen leben – und ihren Tieren ergeht es nicht viel besser. Einer lebt ebenso an der Kette, ein anderer hat einen 3qm großen Zwinger der umringt von Büschen ist, sodass er nichts von der Außenwelt mitbekommt. So viele arme Seelen, die von uns Menschen um ihre Freiheit und um ihr Recht beraubt wurden, einfach Hund zu sein.

Unsere letzte Station vor dem Tierheim war der s.g. „Huskyhof“. Hier wurde bei unserem letzten Besuch von dem Männerteam des Tiere suchen Freunde e.V. ein riesiger Zwinger für die ehemaligen Kettenhuskys gebaut. Als wir dort ankamen waren sie schon wieder wie die fleißigen Heinzelmännchen am werkeln und bauten einen neuen Zwinger für den Schäferhund, der ebenso auf diesem Hof wohnt. Andrea verpasste allen Hofkatzen eine Wurmkur und wir fütterten und brachten den Bewohnern unsere Kleiderspenden.
Ich bin ehrlich, ich musste erst lernen, trotz der Missstände unter denen die Seelchen ihr Leben ausharren müssen, immer freundlich zu den Menschen zu sein. Denn passiert etwas negatives, fällt es auf die Tiere zurück und wir können dort eventuell nicht mehr helfen, da uns der Zugang verwehrt würde.
Als alle Tiere versorgt waren, sortierten wir alle Spenden noch mal, da Astrid und Andrea uns ins Tierheim begleiten, dann aber weiter auf einen Messiehof fuhren, um dort nach dem Rechten zu sehen. Einmal haben sie dort 45 Hunde aus einem Haushalt befreit, welches wohl bald einstürzen wird.

Nun fuhren wir in der Kollone ins Tierheim. Egal wohin man schaut auf dem Weg ins Tierheim, die Hunde leben an Ketten und in Zwingern. Man fühlt sich schwach und machtlos, weil einem die Hände gebunden sind. Diese Bilder machen mich nachdenklich und unheimlich traurig.

Im Tierheim angekommen begrüßen wir Chechek, einen netten Tierpfleger und weiterhin den Tierheimleiter und luden den Transporter aus. Da wir ja von unserem letzten Besuch noch wussten, was nun auf uns zukommt, griffen wir uns euphorisch die Schuppkarre und fingen an, das Futter für die vielen hungrigen Mäuler vorzubereiten. Trockenfutter, Feuchtfutter und Fleischbrühe, das war ein Festmahl, nach dem sich alle Seelchen die Mäuler leckten. Leider kommt es grade in diesem Tierheim oft vor, dass die Hunde tagelang nichts zu fressen bekommen. Wir wissen alle, es gibt hier noch viel tun. Anne und Chrissy halfen Pfleger Chechek, die Hunde zu füttern. Alles muss schnell gehen, denn oftmals entstehen Streitereien um das so lang ersehnte volle Näpfchen.

Anschließend schnappten wir uns die Leinen und liefen Runde für Runde mit den Hunden. Sie saugten alle Eindrücke auf und freuten sich, endlich etwas anderes zu sehen, als die Gitterstäbe oder die Zwingerwände. Allen Seelchen war anzumerken, dass sie lange keine lieben, freundlichen Worte, geschweige denn, eine streichelnde Hand erlebt haben. Viele Hunde werden als unverträglich oder aggressiv beschrieben, dabei sind sie wahnsinnig liebenswerte und verträgliche Hunde. Der Tierheimleiter scheint keine Ahnung von seinen Schützlingen zu haben. Nicht nur, dass er ihnen so die Chance auf Vermittlung nimmt, weiterhin ist er auch sehr grob und unfreundlich zu den Hunden und schreit sie an. Weiteres kann man sich nur vorstellen, wenn man in die Augen der Hunde schaut, wenn er sich dem Zwinger nährt.

Nach vielen Runden kamen Andrea und Astrid zurück ins Tierheim und wir bereiteten alles für die Abreise vor. Viele vorbereitete Katzen und ein paar vorbereitete Hunde und ein bedrückendes Gefühl begleiteten uns nach Hause. Doch wir halten uns vor Augen, für diese Seelchen ist es das größte Glück und das Ticket in ein besseres, wunderschönes Leben. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Andrea und Astrid vom Verein Tiere suchen Freunde e.V., dass sie uns an ihren Projekten teilhaben lassen und uns so viel Vertrauen schenken.
Wir unterstützen eure wundervolle Arbeit mit voller Kraft und Herzblut und ich bin unheimlich dankbar, dass es euch für die Tiere auf den Dörfern und im Tierheim Gorzow gibt.

Eure Lisa