Pfingstfahrt - Polen 2013

Nachdem wir am Freitag, 17.05.13 die „Arche Tierhilfsnetzwerk“, wie ich den Vereinstrapo nenne, mit sämtlichen Katzen- und Pferdespenden vollgepackt hatten, konnte am Sonntag um 7:00 Uhr unsere Fahrt nach und durch Polen starten. Für Julia war es das erste Mal das sie mit dem Trapo fuhr und so konnte sie schon mal für unsere Fahrt nächsten Monat nach Griechenland „üben“ ; )

Am Pfingstsonntag, 19.05.13 besuchten wir, nachdem wir uns kurzfristig in Polen verfahren hatten und an einer Stelle mehrmals im Kreis gefahren sind (nein, an uns hat es nicht gelegen, das Navi war nicht auf dem neuesten Stand ;)), als erste Station „Fallada“, die Pferdeherberge mit den überwiegend vor dem Schlachttransport geretteten Pferden. Zusätzlich werden hier derzeit auch schätzungsweise 50 – 60 Hunde beherbergt und ein einzelner schwarzer Hofkater wacht dort über alle J. Sämtliche Pferdespenden wurden hier von uns übergeben und dann ging es auf die Weide zum „Pferdeschmusen“. Julia, unsere Pferdenärrin, hat sich besonders ins Zeug gelegt und viele Küsschen kassiert. Nach einem vegetarischen Buffet und selbstgebackenem Kuchen zur Stärkung, machten wir uns im Konvoi mit den anderen Besuchern bzw. Tierpaten der Pro Animale Tiere auf den Weg zur zweiten Station „Spartacus“. Hier leben überwiegend alte, kranke und auch blinde Pferde, 2 Schweine und auch jede Menge Katzen. Diese haben mehrere Außengehege wo sie sich, wenn sie möchten, aus dem Weg gehen aber auch, wie man an den beiden entzückenden schwarzen Schmusern erkennen kann, miteinander „köpfchengeben“, toben oder spielen können J Nachdem wir auch hier eine Weile alle Tiere bekuscheln durften, ging es weiter zur dritten Pro Animale Herberge „Sussita Kumi“. Hierauf habe ich mich schon ganz besonders gefreut, denn es ist die liebevoll errichtete Katzenstation wo ca. um die 100 Katzen in einem wunderschönen zweistöckigen Haus leben. Die dicken Säulen innen sind großzügig mit Sisal umwickelt und es gibt einen schönen Kachelofen auf dem mehrere Samtpfoten Platz finden. Natürlich grenzt auch hier ein großes Außengehege an mit Bäumen zum klettern und jeder Menge Spiel- und Versteckmöglichkeiten. Dieser Station haben wir dann eure Katzenspenden übergeben, die sie, wie Katzen so sind, schon neugierig beschnuppert und ausprobiert haben. Anschließend fuhren wir noch zu einer weiteren Pro Animale Pferdeherberge nach Karpno wo die geretteten Pferde auf großen Weiden verweilen dürfen. Ich hab mich lieber etwas abseits gehalten, denn ich bin ehrlich, ich hab schon seit Kindheit an einen großen Respekt vor Pferden und diese hier waren riesig ;) Anschließend haben wir uns auf den Heimweg begeben, denn wir mussten ja noch die Hundespenden für den nächsten Tag in den Transporter laden. Gegen 23:30 Uhr waren wir dann mit vielen neuen Eindrücken zuhause.

Am Pfingstmontag, 20.05.13 starteten wir dann auch schon wieder um 8:00 Uhr zu der ersten Hundestation für den Tag, nach „Copernika“. Julia konnte leider nicht mitkommen sondern machte sich auf den Weg zurück nach Hause Richtung Düsseldorf. Dafür begleitete Anne und mich die liebe Fotografin und Unterstützerin des THNW Stefanie. Sie hatte uns angeboten professionelle Fotos von diesem Tag zu machen worüber wir uns sehr freuen. In Copernika dieses Mal ohne uns zu verfahren angekommen, wurden wir herzlich von dem Stationsleiter  der Pro Animale Station „Rendezvous mit Tieren“, Hasan Tatari, empfangen. Was wir dort sehen durften lässt sich nicht in Worten beschreiben. Pro Animale hat im letzten Jahr ein ca. 6 Hektar großes Bunkergelände erworben und in einen wahren Hundetraum für ihre geretteten Schützlinge aus Polen, Spanien, Russland, Türkei usw. umgebaut. Hier können die derzeit ca. 160 Hunde in großen unterteilten Waldarealen spielen, schwimmen und toben, leben tun sie in den typischen Pro Animale „Hundezimmern“ in Gruppen. Auch hier hatten wir Zeit uns mit den Hunden zu beschäftigen und zu kuscheln. Die meisten von ihnen sind sehr aufgeschlossen Menschen gegenüber aber es gab auch einige, die sich lieber zurückzogen und die haben wir auch in Ruhe gelassen. In dem einem Hundezimmer waren sogar alle Hunde sehr ängstlich und keiner von ihnen hat sich anfassen lassen. Wer weiß was sie erlebt haben! Ich bin mir nicht ganz sicher aber es könnten welche gewesen sein von denen, die vor ein paar Jahren aus Moskau gerettet wurden. Nachdem wir auch an diesem Tag mit einem leckeren vegetarischen Essen von den Pro Animale Mitarbeitern verwöhnt wurden haben wir uns frisch gestärkt an die Arbeit gemacht um dort die mitgebrachten Spenden für die Hunde auszuladen und sie übergeben. Sogar ein Trockner wurde uns von Denise L. für Pro Animale als Spende mitgegeben. Anschließend haben wir uns an die Fersen von „Lukasz“, dem Leiter der Hundestationen, geheftet und sind im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Trapo hinter ihm hergerast zur nächsten Herberge. Ein Glück das Anne so eine gute und sichere Fahrerin ist, denn gerast ist wirklich nicht untertrieben aber ansonsten hätten wir den Anschluss verloren. Die Polen scheinen sehr rasante Autofahrer zu sein und nehmen wenig Rücksicht auf ihre „Anhängsel“. Kurzfristig ging uns sogar der Gedanke durch den Kopf ob er uns gar absichtlich abschütteln wollte. Aber wir haben der „Verfolgung“ standgehalten und sind dann schließlich heil bei der zweiten Hundeherberge „Kolebca Slonca“ (Sonnenaufgang) angekommen. Nachdem wir auch hier den Hunden in ihrem eigenen „Swimmingpool“ aus Stein beim Baden zugeschaut und mit den teilweise klatschnassen Fellnasen geschmust haben, sind wir dann die Heimreise angetreten und waren dann doch auch erst gegen 20:30 Uhr zuhause. Wir hatten zwei erlebnisreiche Tage mit allen Tieren und freuen uns, dass wir auch mal ein paar schöne Seiten vom Tierschutz sehen durften. Alle Tierherbergen von Pro Animale sind liebevoll für die Tiere gestaltet und ihren Bedürfnissen angepasst, hier dürfen sie ihre schlechte Vergangenheit vergessen.

Hinweis:
Die beiden Tage wurde Pro Animale von einem Kamerateam begleitet, das eine ½ stündige Reportage gedreht hat. Es wird am 30.06.13 um 18:00 Uhr im RBB ausgestrahlt. Schaut mal rein, vielleicht entdeckt ihr uns auch irgendwo

Liebe Grüße, Anja