Polen - November 2014

Am Samstag den 29.11. machten wir uns das vorletzte Mal in diesem Jahre auf den Weg nach Gorzow. Wir waren zwei kleine Teams aus 4 Personen die das Dorf und die Höfe versorgen sollten und 5 Mädels fürs Tierheim. Luise und ich fuhren mit Vicky, Gina und Nina vom Verein Tiere suchen Freunde ins Tierheim.

Auf dem Weg dort hin, besuchten wir eine nette ältere Dame der wir bei allen unserer Fahrten immer Spenden für bedürftige Menschen bringen, die sie dann über die Kirche an diese Menschen verteilt. Auch dieses Mal hatte wir wieder Kleidung und andere Sachen für die Dame bereitgestellt. Dann besuchten wir unsere liebe Katzenfrau Yola, die uns herzlich im Empfang nahm. Wir brauchten ihr einige Futterspenden, Katzenstreu und einige Transportboxen. Dann fuhren wir die letzten paar hundert Meter zum Tierheim.

Dort wurden wir freundlich von einigen uns bekannten Mitarbeitern und Helfern des Tierheims empfangen. Wir luden gemeinsam die Spenden aus (der Verein Tiere suchen Freunde hatte einiges Futter mitgegeben, Vicky hatte Futter von der Sammlung einer Jugendgruppe mitgebracht und auch wir konnten dank unserer lieben Spender und dem TSV Tierhilfe KowaNeu e.V., der uns freundlicherweise 50 € für Futter gespendet hatte, eine große Ladung an Hunde- und Katzenfutter mitbringen) und mischten die erste Schubkarre zur Fütterung der Hunde an.

Dann verschafften wir uns einen Überblick über die Hunde. Sehr traurig machte uns sogleich ein Außenzwinger in dem 6 kleine Welpen saßen und zitterten. Leider war das Welpenzimmer mit einer weiteren Vielzahl an Welpen gefüllt, sodass dieser Wurf leider nur noch draußen untergebracht werden konnte. Die kleinen bekamen sogleich eine große Portion Welpenfutter und neue warme Decken in ihre Hütten. Dann fingen wir an die ersten Hunde spazieren zu führen. Sie freuten sich trotz der eisigen Minusgrade sehr über die Gassirunden. Einige von ihnen sprinteten sofort los und andere spazierten gemütlich neben uns her.

Als ich dann von einem der Pfleger einen Bullterrier an die Leine gelegt bekam der relativ neu im Tierheim war, dachte ich mir zuerst nichts. Ich ging mit ihm los und mitten auf dem Feldweg begann er erst sich immer wieder in die Leine zu werfen. Dann fing er an nach der leine zu schnappen, was auch noch ok war für mich, da man das von einigen der Hunde in Tierheimen kennt.

Als er jedoch anfing wie verrückt auf der Leine herum zu kauen, wurde es mir doch etwas mulmig und ich versuchte ihn davon abzubringen. Doch der Hund ließ sich nicht beirren und knabberte fröhlich weiter. Da ich ihn jedoch nicht kannte und nicht wusste wie er reagieren würde wenn ich ihn anfasse oder schimpfen würde, stand ich ziemlich hilflos daneben und überlegte mir was ich nun tun sollte. Leider war niemand in der Nähe den ich hätte um Hilfe bitten können. Als ihm dann plötzlich ein Stück der zerkauten Leine aus dem Maul fiel, wurde mir klar das er gerade die Leine durchgebissen hatte und eine leichte Panik kam in mir hoch. Zum Glück bemerkte ich das schneller als der Hund und so griff ich mir das kleine Stückchen leine was noch von dem Teil übrig geblieben war das an seinem Hals hing und stellte meinen Fuß darauf. Dann bastelte ich mit dem langen Stück was er abgebissen hatte eine Schlinge und band ihm diese fest um den Hals. So konnte ich ihn dann mit Mühe und Not ins Tierheim zurück schaffen, wo der Pfleger erstmal von mir instruiert wurde, den Hund nur noch mit Kettenleine auszuführen.
Aber auch aus solchen Situationen lernt man :-)

Dann machte mich die liebe ehrenamtliche Helferin Anja erneut auf einige Notfälle aufmerksam, denen wir unbedingt schnell einen warmen Platz suchen sollten. Darunter Rüde Lenni (ca. 11 Jahre alt) der unter starker Arthrose und Hüftdysplasie zu leiden scheint. Dann noch Rüde Reksiu (11-12 Jahre alt) der auf Grund seines Alters auch schon einige Probleme mit der Gesundheit und den Knochen hat und einen weiteren Winter im Tierheim möglicherweise nicht mehr so unbeschadet überstehen würde. Wir gingen auch an diesem Tage wieder mit so vielen Hunden wie möglich spazieren, fütterten alle Schützlinge im Tierheim und vergewisserten uns, dass alle Hunden ausreichend trockenes Stroh in den Hütten haben.

Als die Dunkelheit einbrach machten wir uns auf den Heimweg. Gegen acht endete dann auch für mich der die Fahrt.

Auf unserer HP findet ihr die Aufrufe zu den drei bzw. vier Notfällen aus dem Tierheim:
<wbr></wbr>www.tierhilfsnetzwerk-europ<wbr></wbr>a.de/tiervermittlung/<wbr></wbr>dringende-notfaelle/

Liebe Grüße
eure Anne