Das Team wächst und gedeiht

Gerne berichte ich Euch von unserem Einsatz in Gorzow am heutigen Tag. Wir hatten Glück mit dem Wetter, es war zumindest die meiste Zeit trocken und nicht zu kalt. Unser Team bestand diesmal aus Anne, Sophie, Chris (Sophies Mutter), Katja, Nicole, Mario, Gina, Susan und Anja. Wir trafen uns wie gewohnt in Herzfelde bei Berlin. Dort gab es für Chris und Mario (die uns zum ersten Mal begleiteten) eine kurze Einweisung, wie man z.B. einen Zwinger betreten sollte etc. Danach fuhren wir nach Krystin, direkt an der polnischen Grenze, wo wir leider mal wieder neue kleine Nager wie Babyhasen in einem polnischen Tierfachhandel vorfinden mussten, in dem wir für die Hunde im Tierheim immer noch Leckerchen kaufen.
Da ich (Anja) ja immer ein großes Herz für die armen Seelen hab, war die Überlegung da, diese Babys nicht doch zu retten. Es folgte ein strenger Blick von unserer Tierärztin Sophie, womit sie natürlich auch Recht hatte. Denn so etwas darf man wirklich nicht unterstützen. Mit Tränen in den Augen fuhren wir weiter zu den Höfen. Diesmal wurde dort Zement und Paletten abgeladen, da tatkräftige Männer des Tiere suchen Freunde e.V. mit dem Bau einer der beiden noch verbliebenen Zwinger begannen. Es herrschte schon etwas Aufregungen, denn die Tiere merkten ja sofort, dass hier heute etwas passieren würde. Mit Schrecken mussten wir allerdings auch sehen, dass die Hütte, die wir gerade mal vor vier Wochen für unseren braunen Puschelbär aufgestellt hatten, völlig demoliert war. Erst nahmen wir an, dass vielleicht der Hund selber diesen Schaden angerichtet hat. Letztendlich kamen wir aber überein, dass das ein Hund nicht hinbekommt. Wir gehen davon aus, dass ein Trecker wohl die Kurve etwas zu eng genommen hatte und die Hütten dabei zu Bruch gegangen war. Ohne Worte!!!
Wir fuhren dann weiter zu unserer lieben Kirchenfrau, die sich sichtlich freute uns zu sehen. Gesundheitlich angeschlagen lud sie uns wieder ein, doch endlich mal einen Kaffee mit ihr zu trinken. Auch heute mussten wir ihr leider ablehnen, versprachen ihr aber im Dezember als sogenannten Jahresabschluss mit ihr Kaffee zu trinken und uns Zeit für sie zu nehmen. Wir luden dann noch Kleiderspenden und Futter ab, kuschelten den zutraulichen Kater und verabschiedeten uns herzlich.
So fuhren wir weiter Richtung Gorzow und wie sollte es anders sein, natürlich hatten wir unterwegs auch prompt einen Katzennotfall. Eine Katze war von zwei Hunden auf einen Baum gejagt worden und kam dort nun nicht mehr runter. Zumal die Hunde unter dem Baum auf sie warteten. Anne fütterte zu allererst die beiden Hunde in ausreichender Entfernung. Das Geschehen passierte direkt an einem kleinen Marktstand. So regten sich zwei Damen mittleren Alters vehement über diese Unart auf, Futter einfach auf den Rasen zu schütten. Warum haben wir eigentlich keine Schüsseln dabei? Nach einer kurzen Erklärung, dass hier überall hungrige Tiere herumlaufen würden und dass das Futter demnach sicher nicht lange liegen bleiben würde, ignorierten wir die ``netten´´ Damen und konzentrierten uns auf die in Not geratene Katze. Mittlerweile stand Susan bei der Katze am Baum, drehte ihr Katze den Rücken zu, so dass die Katze auf ihren Rücken springen konnte. Doch das gelang nicht. Dann hatten Nicole und Mario eine tolle Idee...Trittleiter. Da Nicole durch ihre schlanke Figur für eine Trittleiter deutlich geeigneter war, beförderte Mario Nicole prompt nach oben. Nicole schnappte sich die Katze und unter Geleitschutz von Anne, Susan und Mario brachte man die Katze an einen sicheren Ort und versorgte sie noch einmal mit reichlich Futter. Schnurrend achte sich das zahme Tier über das Feuchtfutter her.
Mit einer kleinen Verspätung kamen wir in Gorzow im Tierheim an. In Gorzow selber wird ordentlich gebaut, sodass wir einige Umleitungen in Kauf nehmen mussten. Als erstes wurde der Trapo und der Wagen von Susan und mir Anja) ausgeladen. Beide Autos waren dank unserer tollen Spender wieder voll mit Hunde- und Katzenfutter, Decken u.v.m.! Wir erkannten schnell, dass sich im Tierheim einiges verändert hatte. So saßen zum Teil andere Hunde in den Zwingern, viele Hunde waren nicht mehr da. Unsere Truppe fing nach dem Ausladen auch gleich damit an, die Hunde auszuführen. Viele waren sehr wild und ausgelassen. Andere auf Grund ihres Alters und ihrer Gesundheit mehr als ruhig. Iza, eine polnische Tierschützerin, war auch wieder vor Ort. Auch sie lief Runde um Runde, wie unser Team. Es war eine ausgelassene Stimmung, alle freuten sich über diese nette Abwechslung, so kurz wie diese auch sein mag. Einige der Hunde freuten sich so sehr über diese Abwechslung, dass sie sogar Kunststückchen machten. Es war ein schöner entspannter Tag, die Hunde waren wieder einfach nur toll und machten uns allen viel Freude. Als krönenden Abschluss durften wir veganes Essen genießen. Nicole´s Mann, Arne, stand am Vortag für uns stundenlang in der Küche und zauberte leckere Sachen die Nicole an diesem Tag mitgebracht hatte. Vielen Dank lieber Arne, es war sehr sehr lecker. Solltest Du im Dezember, sagen wir so um den 17. herum, viel Zeit haben, freuen wir uns alle waaaahnsinnig über Deine Kochkünste. Naja, da es ja nur zum Geburtstag einen Käsekuchen von Anne gibt, muss man ja sehen wo man bleibt (lt. Katja). Zum Glück hatte Chris ja sehr leckeren Apfelkuchen mitgebracht :-)
Nach dem Essen wurde die letzte Runde gedreht, Leckerlis verteilt und sich von den Hunden verabschiedet. Es folgte wieder eine Chatrunde über heiße Badewannen oder heiße Duschen, Hauptsache heiß, Apfelkuchennachtisch und neidische Gedanken über ein Zuhause, welches ja so weit entfernt war, während andere schon in der heißen Wanne lagen. Ihr Lieben, es war ein schöner Tag mit vielen lieben Menschen und Tieren. Diese Arbeitseinsätze sind immer anders, niemals gleich oder ähnlich. Man fährt ohne Erwartung hin und erhält eines aber immer ganz sicher: den Dank der Tiere, wenn sie Dich ansehen...anlächeln!
Wir waren wieder ein super Team. DANKE!!!
Wenn jemand uns begleiten möchte, aber evtl. der Weg nach Herzfelde (unser Treffpunkt) zu weit weg ist, dann bitte trotzdem melden. Es gibt bestimmt eine Möglichkeit, DICH mitzunehmen. Jede Person bedeutet für mindestens vier weitere Hunde eine "Runde" drehen zu können.
Eure Anja