Rumänien Oktober 2015

Wir kommen wieder - das hatten wir 2014 versprochen!

Die diesjährige Reise des THNW haben Wiebke und Katharina vom Vorstand des Tierhilfsnetzwerkes mit Brigitte und Liliana bestritten.

Wir hatten drei Hauptziele, die wir in sechs Tagen erreichen wollten. An erster Stelle stand die Kastrationschallenge. 60 Tiere sollten in der Klinik von Alex Ionescu (Friendly Vets for Pets) in Ploiesti kastriert werden. Dank einer Spenderin, die die Differenz zu der normalen Kastrationsgebühr von 21€ übernahm, konnten wir 11€ Kastrationen anbieten. Am ersten Tag unserer Ankunft wurde die 60er Marke geknackt und wir kamen sogar auf 70 Kastrationen. Dazu später mehr!

Zudem wollten wir mit Arbeitern vor Ort das Tierheim von Vladi Calarasu ausbauen, damit die Hunde in den kleinen Gehegen einen Hauch von Freiheit und Abwechslung erhalten. Dieses Ziel konnten wir aufgrund von mangelnder Zusammenarbeit nicht erfüllen.

Als drittes Standbein unserer Reise war das Netzwerken mit örtlichen Tierschützern. Wir konnten insgesamt vier Institutionen besuchen und gemeinsam für eine bessere Zukunft der Streuner und Haustiere planen.

24. Oktober

Heute haben wir auf dem Weg zu Vlads Shelter einen kleinen äußerst mutigen und hoffnungsvollen Racker auf einer 6 spurigen Fahrbahn aufgegabelt. Geistesabwesend haben wir die Autotür aufgerissen und abgebremst und zack hatten wir einen sechsten Mitfahrer.

Zum Chipablesen und für eine Impfung sind wir zum nächsten Tierarzt, danach in einen Baumarkt, um für Vlad Material zu kaufen und weiter in sein Shelter. Katha und Wiebke sind kurz nach Bukarest zurück, während Lilli und Brigitte die ersten Gehege grundreinigen. Die Aufgaben die erledigt werden müssen und die Anfragen von anderen Tierschützern nach unserer Hilfe nehmen nicht ab. Wir würden gerne noch ein Jahr bleiben.

25. Oktober

Völlig außerplanmäßig mussten wir einspringen und gefundene Welpen von einer anderen Tierschützerin unterbringen.

Wir haben ein Abenteuer hinter uns um die 6 Puper zu finden, zum Tierarzt zu bringen und gleich weiter in eine teure Tierpension. Die letzte mit freien Plätzen. Ein Fass ohne Boden. Aber kann man sie sterben lassen?

Wir kaufen noch so viel Futter ein, wie ins Auto passt.

Dann fahren wir zum sauber machen ins Shelter von Vlad...

26. Oktober

Die Arbeit im Shelter geht weiter. Da kein Bauarbeiter gekommen ist, haben wir uns daran gemacht das Tierheim, welches 4 Wochen nicht gereinigt wurde, aufzupeppen. Natürlich keine Arbeit, die nicht auch Menschen vor Ort machen können, aber nun waren wir schon einmal da und es tat in der Seele gut zu sehen, wie die Tiere auf dem sauberen Boden tobten und sich über die Fürsorge freuten. Diese Tiere verbringen ihr Leben hier und wir haben uns gewünscht, dass ihr Alltag durch uns schöner geworden wäre. Wir können jetzt nur noch hoffen.

Im Laufe von wenigen Stunden haben wir 11 Schubkarren Kacke und zudem eine gefühlte Tonne Klettenpflanzen entsorgt, 12 Schubkarren frischen Sand verteilt, das Fell der meisten Hunde von den eingewachsenen Kletten befreit, Spielzeug und Leckerlies verteilt und für die nächsten Tage Futter gekauft. Die Hunde fingen an zu spielen und waren für einen Moment glücklich. Besonders die beiden hübschen, jungen Schäfimix Rüden verdienen ein anderes Leben.

Viele der Streuner um Bukarest herum haben wir versucht anzulocken und kastrieren zu lassen. Aber das braucht Zeit um Vertrauen aufzubauen. Was ist den ganzen Geschöpfen angetan worden und warum?

Morgen ist der lang ersehnte Kastrationstag bei Alex. Wir freuen uns sehr sie zu sehen!!

Danke an Euch für die 70 ermöglichten Kastrationen!!!

Das Kacke-Dream-Team

 

27. Oktober

Heute haben wir Alex in ihrer Social Clinic besucht und durften bei vier von Euch bezahlten Kastrationen dabei sein. Wir haben noch geholfen bei Fell- und Krallenpflege, was bei einigen Tieren ein äußerst schweres Unterfangen war. Denn manche Tiere hatten nach Unfällen und tagelangem Liegen an der Straße eingewachsenes Fell, welches nur mit größter Sorgfalt und Ruhe entfernt werden kann.

Alex ist eine Frau, die alles mit Liebe macht und kein Lebewesen übersieht oder vergisst, obwohl ihr Terminplan übervoll ist, denn neben der Leitung der Klinik studiert sie noch in Bukarest. Sie hilft Katzen, Hunden, Kleintieren und macht Aufklärungsarbeit zum Thema Umgang mit Tieren an Universitäten.

Auf dem Hin- und Rückweg haben wir viele Hunde gefüttert. Die meisten waren zu scheu, als dass wir sie hätten mitnehmen können. Wir hätten auch gar nicht gewusst was dann, denn alle Tierheime sind voll und zudem auch nicht lebenswert!

Auf dem Rückweg erfuhren wir, dass eine Hündin mit abgesägtem Bein von ihrem "Zuhause" abgeholt werden kann. (Vor zwei Tagen boten wir an, bei den Kosten für die Behandlung zu helfen). Die Hündin lebte bei einer Frau, die selbst größere Probleme hat, als sich um einen schwer verletzten Hund zu kümmern. Allerdings denken die Menschen auch vielerorts, dass Hunde und Katzen nur eine geringe Schmerzwahrnehmung haben.

Als wir spät Abends in der Klinik eintrafen, in der die Hündin operiert werden soll, trauten wir unseren Augen nicht. Ein Hund, der kaum noch einen Tropfen Blut im Körper hat, schwere Entzündung durch ihre offene Wunde erlitt und dennoch zaghaft mit dem Schwanz wedelt... Wie sie zu der Verletzung kam, kann der Tierarzt nur vermuten. Es sind deutlich Sägespuren zu erkennen.

P.S.: Die weiteren Kastrationen bei Alex finden im Laufe des November statt!

28. Oktober

Die Bilder unseres vorletzten Tages sind bei Ioana Sotir entstanden. Sie bringt ausgesetzte Hunde und Katzen in eine Pension auf dem Land und zahlt die Versorgung für die Tiere.

Wir haben heute mit tierärztlicher Unterstützung das kleine Shelter besucht und die Impfungen von neuen Welpen machen lassen, sowie die Untersuchungen von allen Katzen, denn ihre Augen waren etwas verklebt. Ioana hatte einen Übersetzer organisiert, damit wir uns besser austauschen können.

Drei Katzen aus dem Shelter werden morgen auf unsere Rechnung kastriert. Einen Straßenhund haben wir außerdem mitgenommen, da Ioana vermutet, dass er Schmerzen hat.

Er ist ganz brav mitgekommen! Der Tierarzt stellte einen Bruch am Becken, Bein und Verletzungen am Rücken fest :-(

Der dreibeinigen Hündin, die gestern endlich in die Klinik kam, geht es nach der ersten Blutkonserve besser. Sie hat keine anderen Krankheiten, was die Operation vereinfacht.

29. Oktober

Entwurmen der 26 Hunde von Vlad Calarasu
Der Freilauf von Laura Fincu
Narbe von Giulias amputierten Bein
Eines von dutzenden Kutschpferden
Wiebke und Katharina mit zwei Fundkatzen

Der letzte Tag in und rund um Bukarest

Wir haben heute Vormittag wieder das Shelter von Vlad sauber gemacht. Diesmal nur eine Schubkarre Kacke voll bekommen, statt 11 wie zu Beginn, dann alle Hunde bis auf die ganz scheuen auf unsere Kosten entwurmt und entzeckt, die Welpen in der Pension besucht, den Autobahnhund Jacky in eine Klinik gebracht, wo er geimpft wird und von da aus bald in eine Pension mit Hundetrainer kommt, denn er ist sehr wild und energiegeladen, was sich bei ihm in Aggression gegen andere kleine Hunde äußert, dann Laura Fincus Shelter besucht. Jetzt kommen wir gerade vom Tierarzt wieder, wo wir zwei Fundkatzen abgeben und Julia, die dreibeinige Hündin besucht haben. Puh Marathon...

Wir haben zwischendurch fast alle Kutschen gestoppt und Äpfel verteilt. Ein besonders dünnes Pferd hat mich sehr betroffen gemacht. Ich gab dem ebenfalls dünnen Bauern die ganze Tüte Äpfel, damit beide was haben. Auf dem Rückweg haben wir die Kutsche wieder gesehen. Da hat der Mann das Halfter abgelegt und ihn gefüttert. Er hat uns erkannt und gewunken :-)

Möhren hätten wir auch gut mitnehmen und verteilen können, aber wir hatten einfach zu viel im Kopf um daran zu denken.

Am Ende des Tages: Wir haben heute echt Mist gebaut. Wie hätten die Augen zumachen müssen, aber das haben wir irgendwie vergessen. Jetzt haben wir nicht nur die dreibeinige Hündin (sie heißt übrigens Julia), den kleinen Jack Russel von der Autobahn, den Hund mit dem Beckenbruch von gestern, die sechs Welpen von Korinna, sondern auch noch zwei Katzenkinder beim Tierarzt, bzw. In der Pension.

Die beiden Katzen saßen an der Straße. Die eine ist 4 Wochen jung und die andere hat einen alten Wirbelsäulenbruch. Wir konnten sie nicht erfrieren lassen.

Jetzt haben wir uns ganz schön was aufgehalst. Der Tierarzt denkt auch wir sind bekloppt....

 

 

30. Oktober

Heute früh sind wir geflogen und die Arbeit geht nun richtig los. das Nachbearbeiten, die Akquise von Geldern, die Organisation der Unterbringung der Fundtiere...alles benötigt viel Zeit und Geduld.

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