Was mache ich, wenn ich ein Nutztier in Not sehe?

Viele aufmerksame Menschen, die ein Tier in Not entdecken sind in dem Moment verunsichert und wissen nicht was zu tun ist. Besonders wenn es sich um Nutztiere handelt sind wir gehemmter etwas zu unternehmen.

Da ich des Öfteren in so eine Situation gerate, mache ich inzwischen folgendes:

1. Ist Gefahr in Verzug? Z.B. ein Tier ist schwer verletzt oder es hat vermeintlich extreme Schmerzen? - Die Polizei anrufen und sich nicht abwimmeln lassen! Den Namen des Polizisten aufschreiben. Er macht sich strafbar, wenn er nichts unternimmt. Den Besitzer ausfindig machen und sachlich informieren. Vor Ort bleiben, aber niemanden behindern, Privatgrundstücke nicht betreten, es sei denn Du kannst ein Tier aus einer lebensbedrohlichen Situation befreien, aber auch dann könntest Du belangt werden!

2. Ein Tier oder eine Herde ist im schlechten Zustand? - Den Eigentümer informieren! In der Regel wissen sie von dem Zustand ihrer Tiere und wimmeln dich ab oder spielen die Situation runter. Dann umgehend das Veterinäramt sachlich und wahrheitsgetreu SCHRIFTLICH über den konkreten Zustand der Tiere informieren, das genaue Datum mit Zeitangabe, die Adresse des Ortes, evtl. Ohrmarken notieren & Deine Kontaktdaten angeben. (Wenn die Tiere auf einem Privatgrundstück sind, werden Beweisbilder nicht anerkannt. Es kann den Beamten jedoch animieren, schneller zu handeln.) Ganz wichtig! Auch wenn manche das Interesse verlieren und viel Vertrauen in die Ämter haben: Nachhaken & selbst überzeugen, ob es Besserung gibt. Passiert nichts, formuliere einen Brief an den höchsten Vorgesetzten, evtl. auch eine kurze Meldung an die Presse geben. Passiert dann nichts, bitte mich kontaktieren!

3. Du beobachtest, dass Tiere schlecht gehalten oder geschlagen werden, es aber keine sichtbaren Verletzungen gibt? - Das ist eine besonders kniffelige Angelegenheit, da Beweisbilder und Videos die Privatgrundstücke zeigen, nicht zugelassen sind. Hier ist es aber Möglich ein exaktes Protokoll einzureichen. Dafür muss über viele Stunden genau notiert werden, was beobachtet oder gehört wird. Exakte Wortlaute und Uhrzeiten sind wichtig. Das Protokoll beim Veterinäramt einreichen und den Fall im Auge behalten. Hier ist Ausdauer am wichtigsten!

Bitte startet keine Hetzjagd oder Diskussionen in sozialen Medien, sondern verfolgt das Ziel den Tieren zu helfen!!! Danach kannst Du immer noch über den Einsatz berichten.

W. Schoon, wiebke.schoon(at)tierhilfsnetzwerk-europa.de