Wenn Tiere reisen…

Jährlichen reisen tausende Tiere weltweit kurze, bis hin zu sehr langen Strecken, um zu ihren neuen Familien zu gelangen, bei denen ein neues und besseres Leben auf sie wartet. Dabei werden Wege von ein paar zehn bis mehreren hundert oder gar tausend Kilometern zurück gelegt. Die reisenden Tiere kommen aus Tierheimen, Auffangstationen aus privaten Pflegestellen oder quasi direkt von der Straße und haben zuvor oft kein schönes Leben geführt. Entsprechend sind sie skeptisch, ängstlich und unsicher im Umgang mit unbekannten Situationen und Menschen. Um ihnen den Start ins neue Leben so leicht wie möglich zu gestalten, möchten wir hier ein paar Regeln für den Transport von Tieren als Empfehlung an diejenigen richten, die Tiere im Flugzeug überführen oder im Auto zu ihren End- oder Pflegestellen transportieren.

1. Verantwortung Grundsätzlich dürfen Tiere nur von Vereinen oder Privatpersonen mitgeführt werden, die eine entsprechende Schulung besucht und die Befugnis nach dem §11 des Tierschutzgesetzes erteilt bekommen haben. Transporte von Tieren ohne Befugnis obliegen eigener und privater Verantwortung. Sollten Sie ein Tier im Auftrag eines Tierschutzvereins überbringen, dann vergewissern Sie sich vorher bitte, dass der Verein über die Erlaubnis zum Transport von Tieren verfügt und lassen Sie sich eine schriftliche Bestätigung geben, dass Sie im Auftrag des Vereins handeln. Denn im Zweifel sind Sie privat verantwortlichund haftbar. Der Transporteur eines Tieres ist immer für dessen Wohlergehen verantwortlich!

2. Im Vorfeld zu klären Klären Sie vor dem Transport eines Tieres die wichtigsten Dinge ab:

a) Verfügt das Tier über alle notwendigen medizinischen Vorkehrungen (Impfung, Blutbild, Chip, Parasitenbehandlung etc.)?

b) Liegt ein EU-Reisepass mit allen notwendigen Angaben und Stempeln für das Tier vor (wurden alle Fristen z.B. Impffristen, Quarantäne etc. eingehalten)?

c) Welche wichtigen Infos gibt es zu dem Tier? Insbesondere Abholer bzw. Fahrer von Tieren am Flughafen und Fahrer von Tieren mit dem Auto sollten sich zumindest grob über den Charakter, Umgang mit Menschen und Tieren, ggf. Erkrankungen informieren um entsprechend zu handeln.

d) Abholer bzw. Fahrer von Tieren sollten sich vorab informieren ob das Tier sediert ist wenn Sie es übernehmen (d.h. ob ein Beruhigungsmittel verabreicht wurde). Informieren Sie sich ggf. über die Wirkung und Nebenwirkungen des Beruhigungsmittels. Tiere können untypisch oder sogar panisch reagieren, wenn sie Beruhigungsmittel erhalten haben.

e) Klären Sie diese Fragen: Wer übergibt das Tier an Sie, wer nimmt es entgegen und wo werden die Übergaben gemacht?

3. Transport von Hunden

a) Fordern Sie den Verein bzw. die Privatperson von der Sie das Tier übernehmen auf, dem Tier vor der Reise ein Sicherheitsgeschirr anzulegen und eine Leine zur Verfügung zu stellen.

b) Schaffen Sie dem Hund ein ruhiges Umfeld, um sich vor der Reise nochmal zu erleichtern (dies sollte idealerweise von der Stelle übernommen werden, die Ihnen den Hund übergibt).

c) Hunde sollten stets in einer ausreichen großen Box (Hund muss stehen können und den Kopf heben, ohne sich zu stoßen) transportiert werden und mit einem Sicherheitsgeschirr (Ist auch möglich zu leihen bei: www.tierschutzrettetleben.de/jetzt-mieten/), aber mindestens mit einem Geschirr und Halsband versehen sein. Zusätzlich sollte stets eine Leine mitgeführt werden. Die Box sollte mit einer weichen Decke oder einem großen Handtuch ausgelegt sein (saugfähig falls der Hund zwischendurch ein Geschäft verrichten muss).

d) Vermeiden Sie Menschenansammlungen vor der Box und gestatten Sie niemandem die Finger in die Box zu stecken, da man in einer solchen Ausnahmesituation nicht weiß wie das Tier reagiert.

e) Lassen Sie die Box nie unbeaufsichtigt.

f) Sollten Sie mit dem Hund eine Pause machen oder ihn z.B. nach der Ankunft mit dem Flugzeug kurz heraus lassen wollen damit er sich erleichtern kann, machen Sie dies nur wenn es gar nicht anders möglich ist und auch nur wenn der Hund ein Sicherheitsgeschirr trägt. Sollte der Hund dieses nicht tragen, so suchen Sie einen sicheren Raum z.B. die Behindertentoilette auf einem Flughafen auf, wo niemand außer ihnen die Tür öffnen und der Hund entweichen könnte und ziehen Sie dem Hund ein solches Sicherheitsgeschirr an. Ungesichert sollte der Hund nicht aus der Box gelassen werden!!! Suchen Sie dann einen sehr ruhigen Platz aus (weit weg von Trubel, Verkehr, Menschen und Tieren) wo sie den Hund an der Leine ein paar Meter laufen lassen. Seien sie extrem vorsichtig, denn schon kleinste Gebräuche oder vorbei fahrende Fahrzeuge, startende oder landende Flugzeuge etc. können eine Angstreaktion im Hund auslösen.

g) Transportieren Sie den Hund im Auto stets in einer Box! Sollte dies überhaupt nicht möglich sein, so muss der Hund mindestens mit einem Sicherheitsgeschirr und einem Sicherheitsgurt angeschnallt werden. Hunde dürfen niemals ungesichert im Wagen transportiert werden, da Sie aus Angst unvorhersehbar reagieren oder zum Fahrer nach vorne klettern könnten und dann eine Gefahr für Sie, sich und andere darstellen.

4. Transport von Katzen

a) Fordern Sie den Verein bzw. die Privatperson von der Sie das Tier übernehmen auf, eine stabile und ausbruchsichere Transportbox für den Transport des Tieres zur Verfügung zu stellen. Diese sollte groß genug sein das die Katze darin stehen und sich drehen kann und mit einer weichen Decke oder einem Handtuch ausgelegt sein (saugfähig falls die Katze zwischendurch ein Geschäft verrichten muss). Katzen sollten ausschließlich in Transportboxen transportiert werden! Lassen Sie eine Katze niemals frei in ihrem Wagen oder anderen Verkehrsmitteln mitfahren.

b) Das Tier sollte die Box zwischen der Abholung/Übergabe und der Auslieferung an seine Endstelle die Box auf keinen Fall verlassen. Insbesondere bei Katzen besteht eine große Fluchtgefahr, da laute Geräusche, Gerüche oder viel Menschen die Katze in Panik versetzen können. Sollte ein Verlassen der Box unumgänglich sein, so suchen Sie dafür einen kleinen geschlossenen Raum z.B. die Behindertentoilette auf einem Flughafen auf, wo niemand außer ihnen die Tür öffnen und die Katze nirgendwohin entweichen kann.

c) Vermeiden Sie Menschenansammlungen vor der Box und gestatten Sie niemandem die Finger in die Box zu stecken, da man in einer solchen Ausnahmesituation nicht weiß wie das Tier reagiert.

d) Lassen Sie die Box nie unbeaufsichtigt.

5. Transport von Nagern

a) Fordern Sie den Verein bzw. die Privatperson von der Sie das Tier übernehmen auf, einen ausreichen großen Käfig bzw. Transportbox für das Tier bereit zu stellen. Der Käfig/die Box sollte mit frischem und benutztem Heu, Sägespänen etc. aus dem alten Käfig ausgelegt sein damit das Tier einen vertrauten Geruch um sich hat.

b) Nager, die sich unbekannt sind, immer in getrennten Boxen transportieren.

5. Allgemeine Hinweise

a) Bieten Sie dem Tier zwischendurch Wasser in einer Schale an, wenn sich die Box in einem geschlossenen Ort befindet. Lassen Sie diese aber nicht in der Box bzw. dem Käfig stehen da die Gefahr besteht, dass das Wasser beim Transport umkippt und das Tier nass sitzt. Sein Sie vorsichtig dass das Tier nicht entwischt wenn Sie Wasser in die Box/den Käfig stellen.

b) Achten Sie darauf dass das Tier beim Transport nicht unmittelbar in der Sonne steht. Stellen Sie sicher, dass der Transportraum nicht zu heiß werden kann und dass das Tier die Möglichkeit hat sich irgendwo in den Schatten zurück zu ziehen. Dunkeln Sie Scheiben ab und sorgen Sie für gelegentliche Luftzufuhr für das Tier.

c) Geben Sie dem Tier unmittelbar vor der Reise und währenddessen nichts zu essen, die kann zu Übelkeit führen oder im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass das Tier erbricht und sich daran verschluckt.

d) Nach der Übergabe des Tieres sollte dieses noch einige Zeit in seiner Box verweilen bis die Stimmung sich beruhigt hat und die Aufregung verschwunden ist. Erst dann sollte das Tier sein neues Zuhause Stück für Stück (einen Raum nach dem anderen) begehen dürfen.