Animal Hoarding- das Sammeln von Tieren

Animal Hoarding ist eine psychische Erkrankung, die zwar noch nicht allzu sehr bekannt ist, aber leider immer häufiger auftritt.

Liebenwalde (Brandenburg) am Juni 2006:

Auf einem so genannten “Gnadenhof“ in Brandenburg werden über 200 Hunde auf Weisung des Ordnungsamtes befreit. Die Tiere sind verwahrlost, abgemagert, krank- 2 Hunde müssen noch vor Ort eingeschläfert werden. Es hat Jahre gedauert, bis es zu diesem Zugriff kam. Der Besitzer war uneinsichtig und hat das Problem nicht wahr haben wollen, dass er komplett überfordert war.

Dass es so lange Zeit gedauert hat die Tiere von ihrem Schicksal zu befreien, liegt vor allem an der Tatsache, dass dieses Krankheitsbild noch recht unbekannt ist und vor allem die Folgen unterschätzt werden.

Nicht jeder Mensch der viele Tiere hält ist automatisch ein Animal Hoarder. Laut einer US-amerikanischen Arbeitsgruppe die sich erstmal dem Thema widmete, gibt es 4 Typen von Animal Hoardern zu unterscheiden: den Rettertyp, den Pflegetyp, den Ausbeutertyp und den Züchtertyp.

Woran kann ich einen Animal Hoarder erkennen?

Meist sind folgende Kriterien erfül

  • es werden im Verhältnis zum Platz viel zu viele Tiere gehalten

  • es kann nahezu jede Tierart betroffen sein - am häufigsten sind es jedoch Hunde, Katzen, Nager und Vögel

  • die Gesundheitszustände der Tiere sind in der Regel nicht einwandfrei bis hin zu katastrophal

  • meist herrscht keine Geschlechtertrennung, sodass die Tiere sich untereinander schnell vermehren und das Rudel ständig wächst

  • die Tiere leben auf Grund von Vernachlässigung in Dreck, Fäkalien und Kadavern

  • es herrscht Futterknappheit und die Tiere weisen Abmagerung und Dehydrierung auf

  • Animal Hoarder sind meist überhaupt nicht einsichtig und erkennen den Ernst der Lage nicht

  • die Tierbesitzer leben vermehrt zurückgezogen und lassen niemanden in ihre Wohnräume

Was kann ich unternehmen, wenn jemand Tiere bei sich hortet?

  • grundlegend sollte man versuchen, in guten Absichten die Situation zu klären und das Vertrauen der Menschen zu gewinnen

  • der Besitzer sollte freundlich aber mit Nachdruck aufgefordert werden, die Tieranzahl zu verkleinern und alle vorhandenen Tiere zu kastrieren

  • man kann seine Hilfe zur Pflege der Tiere anbieten, um sich ein besseres Bild von der Lage zu verschaffen und dem Betroffenen zur Seite zu stehen

  • in hartnäckigen Fällen kann man den Vermieter des Betroffenen, sowie das Veterinäramt und die Polizei informieren

  • wenn die Tiere dann entwendet werden müssen sollte darauf geachtet werden, dass der Betroffene nicht plötzlich mit alle seinen Tieren in eine neue Umgebung verzieht – sollte das passieren, muss das Veterinäramt der neuen Umgebung unverzüglich informiert werden

 

Wichtig ist vor allem die Aufklärungsarbeit. Animal Hoarding ist eine ernstzunehmendes Krankheitsbild. So weit wie in Liebenwalde muss es jedoch nicht kommen.

Mit Aufmerksamkeit und Verständnis können alle helfen Tiere vor diesem grausamen Schicksal zu schützen. Achten Sie auf ihre Mitmenschen, weisen Sie auf Notstände hin und bieten Sie ihre Hilfe an.

Es ist besonders falsch einen Betroffenen mit Ablehnung oder Verachtung zu strafen, da Animal Hoarder oft nur gutes im Sinn haben. Sie wollen in der Regel Tieren helfen von denen Sie annehmen, das diese bedürftig sind und einen Platz zum leben brauchen. Doch leider finden Sie kein Ende und können kein Tier sich selbst überlassen.

Schnell wird diese Gutmütigkeit zu einem Fass ohne Boden und die Betroffenen verlieren jeden Draht zur Realität. Besonders dann sie auf jede Hilfe und Unterstützung angewiesen, die sie bekommen können.

Wir wollen dabei helfen, dass man diese gefährliche Form der Tierliebe erkennt und Tiere zukünftig nicht mehr als Sammelstücke in unwürdigen Lebensbedingungen hausen müssen. Unterstützen Sie uns bei dieser Arbeit und halten Sie aufmerksam die Augen offen. Wir und die Tiere danken es Ihnen!

Autorin: Katharina S.